Einführung
Ein Conversation-Diagramm in der Business Process Model and Notation (BPMN) dient zur Modellierung der Interaktionen zwischen den Beteiligten eines Geschäftsprozesses. Es konzentriert sich auf den Austausch von Nachrichten zwischen verschiedenen Parteien und bietet eine übersichtliche Darstellung des Kommunikationsflusses. Dieser Leitfaden erläutert die wichtigsten Konzepte von Conversation-Diagrammen, liefert Beispiele und diskutiert deren Zweck und Einsatz.
Wichtige Konzepte
1. Beteiligte
Beteiligte stellen die Entitäten dar, die an der Konversation beteiligt sind. Sie können Einzelpersonen, Abteilungen, Organisationen oder Systeme sein. Beteiligte werden als Rechtecke mit abgerundeten Ecken dargestellt.
2. Nachrichten
Nachrichten stellen die zwischen den Beteiligten ausgetauschten Informationen dar. Sie werden als Pfeile dargestellt, die die Beteiligten verbinden.
3. Nachrichtenfluss
Der Nachrichtenfluss zeigt die Reihenfolge und Richtung des Nachrichtenaustauschs zwischen den Beteiligten. Er wird als gestrichelte Pfeile dargestellt.
4. Konversationsknoten
Konversationsknoten stellen Punkte in der Konversation dar, an denen Nachrichten gesendet oder empfangen werden. Sie werden als kleine Kreise dargestellt.
5. Konversationsverbindungen
Konversationsverbindungen verbinden Konversationsknoten, um den Fluss der Nachrichten zwischen den Beteiligten darzustellen. Sie werden als durchgezogene Linien dargestellt.
6. Kommunikationen
Eine Kommunikation definiert eine Reihe logisch verwandter Nachrichtenaustausche. Wenn sie mit einem [±]-Symbol markiert ist, weist sie auf eine Unterkonversation, ein zusammengesetztes Konversationselement, hin.
7. Konversationsverbindung
Eine Konversationsverbindung verbindet Kommunikationen und Teilnehmer.
8. Verzweigte Konversationsverbindung
Eine verzweigte Konversationsverbindung verbindet Kommunikationen und mehrere Teilnehmer.
Erstellen eines Konversationsdiagramms
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Teilnehmer identifizieren: Bestimmen Sie die an der Konversation beteiligten Entitäten.
- Nachrichten definieren: Identifizieren Sie die zwischen den Teilnehmern ausgetauschten Nachrichten.
- Teilnehmer zeichnen: Stellen Sie jeden Teilnehmer als Rechteck mit abgerundeten Ecken dar.
- Nachrichtenfluss zeichnen: Verwenden Sie gestrichelte Pfeile, um die Reihenfolge und Richtung des Nachrichtenaustauschs anzuzeigen.
- Konversationsknoten hinzufügen: Platzieren Sie kleine Kreise an den Stellen, an denen Nachrichten gesendet oder empfangen werden.
- Knoten verbinden: Verwenden Sie feste Linien, um Gesprächsknoten zu verbinden, um den Nachrichtenfluss anzuzeigen.
- Kommunikationen definieren: Gruppieren Sie logisch verwandte Nachrichtenaustausch in Kommunikationen.
- Gesprächsverbindungen verwenden: Verbinden Sie Kommunikationen und Teilnehmer mithilfe von Gesprächsverbindungen.
- Verzweigte Gesprächsverbindungen verwenden: Verbinden Sie Kommunikationen mit mehreren Teilnehmern mithilfe von verzweigten Gesprächsverbindungen.
Beispiel für ein Gesprächsdiagramm
Das bereitgestellte Gesprächsdiagramm veranschaulicht den Kommunikationsfluss zwischen verschiedenen Beteiligten in einem Logistik- und Lieferkettenprozess. Dieses Diagramm hilft dabei, die Interaktionen und Nachrichtenaustausche zwischen verschiedenen Entitäten wie Einzelhändlern, Lieferanten, Konsolidatoren, Versendern, Transportunternehmen, Versicherungsanbietern und Dienstleistern zu verstehen. Unten finden Sie eine detaillierte Erklärung und Interpretation des Diagramms.

Wichtige Teilnehmer
- Einzelhändler: Die Entität, die Produkte an Kunden verkauft.
- Lieferant: Die Entität, die Produkte an den Einzelhändler liefert.
- Konsolidator: Ein Vermittler, der Sendungen von mehreren Lieferanten zusammenfasst.
- Versender: Die Entität, die für den Versand der Produkte verantwortlich ist.
- Transportunternehmen: Die Entität, die die Produkte transportiert (z. B. Land, See, Schiene oder Luft).
- Versicherung: Die Entität, die Versicherungsschutz für die Sendungen bereitstellt.
- Börsen- oder Vermittlungsleistung: Die Entität, die die Zoll- und Quarantäneverfahren bearbeitet.
- Standortbasierte Dienstleistung: Die Entität, die standortbasierte Dienstleistungen bereitstellt.
Kommunikation und Nachrichtenaustausch
1. Lieferverhandlungen
- Teilnehmer: Einzelhändler und Lieferant
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet Verhandlungen zwischen dem Einzelhändler und dem Lieferanten über Lieferbedingungen und -konditionen.
2. Liefer-/Versandplan
- Teilnehmer: Einzelhändler, Konsolidator und Versender
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Planung der Lieferung oder Auslieferung von Produkten. Der Einzelhändler koordiniert mit dem Konsolidator und dem Versender, um eine termingerechte Lieferung sicherzustellen.
3. Versandplan
- Teilnehmer: Lieferant und Versender
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Planung des Versands von Produkten vom Lieferanten zum Versender.
4. Empfänger
- Teilnehmer: Konsolidator, Versender und Transportunternehmen
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Koordination des Empfängers (des Empfängers der Sendung) mit dem Konsolidator, dem Versender und dem Transportunternehmen, um sicherzustellen, dass die Sendung korrekt empfangen wird.
5. Planung durch den Transportunternehmen
- Teilnehmer: Versender und Transportunternehmen
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Planung des Transports der Sendung durch das Transportunternehmen.
6. Benachrichtigung über die Abdeckung
- Teilnehmer: Versicherung und Transportunternehmen
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Benachrichtigung des Versicherers über die Deckung für die Sendung.
7. Vorbenachrichtigung zur Zollabfertigung
- Teilnehmer: Konsolidierer und Speditionsdienstleistung
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Vorbenachrichtigung der Speditionsdienstleistung über die Abfertigungsanforderungen für die Sendung.
8. Zoll/Quarantäne
- Teilnehmer: Speditionsdienstleistung und Transportunternehmen
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Abwicklung von Zoll- und Quarantäneverfahren für die Sendung.
9. Provision bei Fahrzeugausfall
- Teilnehmer: Speditionsdienstleistung und Transportunternehmen
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet Regelungen für LKW-Ausfälle während des Versandprozesses.
10. Ankunfts-/Abholbestätigung
- Teilnehmer: Spediteur und Lokationsdienst
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Bestätigung der Ankunft oder Abholung der Sendung.
11. Anleitung zur Verkehrsoptimierung
- Teilnehmer: Lokationsdienst und Spediteur
- Beschreibung: Diese Kommunikation beinhaltet die Bereitstellung von Anleitungen zur Verkehrsoptimierung, um eine effiziente Lieferung zu gewährleisten.
Interpretation
Das Gesprächsdiagramm bietet eine übersichtliche Darstellung des Kommunikationsflusses in einem Logistik- und Lieferkettenprozess. Es hilft dabei, die Interaktionen zwischen den verschiedenen Beteiligten und die Reihenfolge der Nachrichtenaustausche zu verstehen. Hier sind einige wichtige Interpretationen:
- Koordination und Planung: Das Diagramm hebt die Bedeutung der Koordination und Planung zwischen Einzelhändlern, Lieferanten, Konsolidatoren, Versendern und Spediteuren hervor, um eine termingerechte und effiziente Lieferung der Produkte sicherzustellen.
- Versicherung und Absicherung: Die Kommunikation mit dem Versicherungsanbieter stellt sicher, dass die Sendung abgesichert ist und bietet finanziellen Schutz im Falle von Problemen während des Transports.
- Zoll und Quarantäne: Die Beteiligung des Vermittlungsservices stellt sicher, dass alle Zoll- und Quarantäneverfahren eingehalten werden, was den reibungslosen internationalen Versand ermöglicht.
- Verkehrsoptimierung: Die Kommunikation mit dem Standortdienst unterstützt die Optimierung von Verkehrsstrecken und stellt sicher, dass die Sendung pünktlich an ihrem Ziel ankommt.
Zweck und Verwendung
Zweck
- Übersichtsebene: Bietet eine Übersicht über den Kommunikationsfluss zwischen den Beteiligten.
- Klarheit: Hilft dabei, die Reihenfolge und Richtung des Nachrichtenaustauschs zu verstehen.
- Dokumentation: Dokumentiert den Kommunikationsprozess zur Analyse und Verbesserung.
Verwendung
- Prozessanalyse: Wird verwendet, um Kommunikationsprozesse zu analysieren und zu verbessern.
- Anforderungserhebung: Hilft bei der Erfassung von Anforderungen für Kommunikationssysteme.
- Ausbildung: Wird für Ausbildungszwecke verwendet, um Kommunikationsflüsse zu erklären.
Fazit
Conversation Diagrams in BPMN dienen als unverzichtbares Werkzeug zur Visualisierung und Verständnis der komplexen Kommunikationsdynamiken innerhalb von Geschäftsprozessen, insbesondere im Bereich Logistik und Supply Chain Management. Durch die klare Darstellung der Interaktionen zwischen verschiedenen Parteien – wie Einzelhändler, Lieferanten, Konsolidatoren, Versender, Transportunternehmen, Versicherungsanbieter und Dienstleister – bieten diese Diagramme einen umfassenden Überblick über die Nachrichtenaustausche, die Koordination und Planung vorantreiben.
Durch den Einsatz zentraler Konzepte wie Teilnehmer, Nachrichten, Nachrichtenfluss, Gesprächsknoten, Gesprächsverbindungen, Kommunikationen und verzweigte Gesprächsverbindungen ermöglichen Conversation Diagrams die Erstellung gut strukturierter und leicht verständlicher Modelle. Diese Modelle bieten nicht nur einen Überblick auf hoher Ebene über Kommunikationsflüsse, sondern unterstützen auch die detaillierte Prozessanalyse, die Erfassung von Anforderungen und die effektive Schulung.
Die praktische Anwendung von Conversation Diagrams in realen Szenarien, wie der Auftragsabwicklung und der Projektgenehmigung, unterstreicht ihre Vielseitigkeit und Nützlichkeit. Durch die Verbesserung der Transparenz und die Förderung eines besseren Verständnisses tragen diese Diagramme maßgeblich zur Steigerung der Effizienz und Effektivität von Logistik- und Supply-Chain-Operationen bei. Letztendlich unterstützen sie Organisationen dabei, ihre Prozesse zu optimieren, reibungslosere Abläufe zu gewährleisten und bessere Ergebnisse zu erzielen.
BPMN-Referenzen